Wissen: 3D Druck ab Klasse 5

TinkerToys

Informationen für die Lehrkraft5

Beschreibung

  • In dieser Lerneinheit beschäftigen sich die Schüler:innen mit interessanten Inhalten rund um den 3D-Druck. Einführend schauen sie sich verschiedene Druckverfahren und den 3D-Druck als industrielle Revolution an, erfahren etwas über das (Stütz-)Material von 3D-Objekten und schauen sich am Ende im Speziellen den Prusa Mini an. Begleitet werden sie dabei durch viel Anschauungsmaterial, ein Erklärvideo und ein Lernposter.
    • ab Klasse 5
    • Fächerübergreifend
    • 5 Unterrichtsstunden

Lernziele

    • Die SuS kennen verschiedene Druckverfahren und deren Werkstoffe.
    • Sie wissen um den Innnovationsgrad und die Einsatzbereiche von 3D-Druckern.
    • Sie wissen um die Funktion von Stützmaterial und Infill von 3D-Objekten.
    • Die SuS können die Funktionsweise eines FDM-Druckers (Prusa Mini) beschreiben und die Einzelteile benennen.

Benötigte Materialien

    • TinkerSchool-Lizenz
    • Eingabegeräte (Computer/Tablets)
    • Lernbox: Wissen 3D-Druck (optional)

Hybrider Unterricht

  • Der Kurs kann 1:1 für das Homeschooling übernommen werden.

3D-Druck: Die dritte industrielle Revolution2

Wissenswertes zum 3D-Druck

Aufgabe 1: 3D-Druck

  • Überlege, ob du schon mal einen 3D-Drucker gesehen hast? Wenn ja, wo und was hat er hergestellt?
    Was würdest du dir gern 3D-drucken, wenn du könntest?

3D-Druckverfahren5

Aufgabe 2: 3D-Druckverfahren

  • Lies dir zunächst den folgenden Infoboxen zu den unterschiedlichen 3D-Druckverfahren durch. In dieser Lerneinheit stellen wir dir 3 verschiedene vor.

Infobox: Stereolithografie (SLA)

  • Das erste ist die Stereolithografie, kurz SLA, eine additive Fertigungstechnik,
    die mit einer Lichtquelle (UV-Laser oder Projektor) zur Aushärtung
    arbeitet. Dabei wird flüssiger Kunstharz zu hartem Kunststoff. Die Kunstharze
    reagieren mit dem Licht und härten so aus. Wenn SLA-Kunstharze bestimmten
    Lichtwellenlängen ausgesetzt werden, vereinen sich kurze Molekülketten
    und es entstehen steife oder flexible Geometrien. SLA-Teile liefern
    die höchste Auflösung und Genauigkeit, Vielfalt, den höchsten Detailgrad
    und die glatteste Oberfläche aller 3D-Drucktechnologien. Dafür ist es im
    Vergleich recht teuer. Wie anatomische Modelle im SLA-Verfahren erstellt
    werden, kannst du dir hier anschauen:
    https://www.tinkertoys.de/3d5sla

Infobox: Selektive Lasersintern (SLS)

  • Genau andersherum arbeitet das Selektive Lasersintern, kurz SLS. Hierbei
    wird Material in Pulverform (meist Quarzsand oder Kunststoffpulver)
    punktuell von einem Laser geschmolzen. Hier wird Schicht für Schicht das
    Werkstück aufgetragen (Schichtbauverfahren). Ein Vorteil ist, dass u.a. auch
    Hinterschneidungen erstellt werden, die mit dem SLA-Verfahren nicht möglich
    sind. Das sind Konstruktionselemente, die frei am Gussteil hervorstehen.
    Nachteile sind der hohe maschinelle sowie zeitliche Aufwand. Das Verfahren
    wird meist zum Fertigen von Prototyen oder kleinen Stückzahlen komplizierter
    Werkstücke verwendet. Wenn das Pulver nicht geschmolzen, sondern
    Schicht für Schicht verklebt wird, spricht man vom 3D-Printing. So kann auch
    z.B. Gibs verwendet werden. Solch ein Drucker kostet 150.000 Euro und pro
    Kilogramm Material zahlt man nochmal ca. 450 Euro. Wie faszinierend das
    Selektive Lasersintern arbeitet kannst du dir hier anschauen:
    https://www.tinkertoys.de/3d5sls

Infobox: Fused Deposition Modeling (FDM)

  • Das Fused Deposition Modeling (FDM) arbeitet mit einem Filament, das
    drahtförmig aufgespult ist. Das Material (meist Kunststoffvarianten) wird
    mit einer Heizdüse erhitzt und dann Schicht für Schicht aufgetragen. Für
    Überhänge wird Stützmaterial verwendet. Das Modell entsteht auf einem
    Druckbett, wo es auskühlt und aushärtet. Der Aufbau eines Körpers erfolgt
    üblicherweise, indem wiederholt jeweils zeilenweise eine Arbeitsebene abgefahren
    und dann die Arbeitsebene ‚stapelnd‘ nach oben verschoben wird,
    sodass eine Form schichtweise entsteht. Dieses Verfahren ist in den meisten
    Schule, die mit 3D-Druckern arbeiten gängig. Vorteile sind eine recht schnelle
    Fertigung und eine gute Oberfläche der Modelle. Drucker aus dieser Reihe
    starten bereits bei wenigen hundert Euro. Das Filament ist ebenfalls mit ca.
    15 € pro Kg erschwinglich. Einen solchen Drucker lernst du später noch genauer
    kennen.
    Ebenfalls spannend: https://www.tinkertoys.de/3d5fdm

Aufgabe 3: Steckbriefe

  • Versuche mithilfe der Informationen aus der Box die Steckbriefe der 3D-Druckverfahren auszufüllen.
    Recherchiere ggf. für mehr Informationen im Internet.

3D-gedruckte Materialien5

Aufgabe 4: 3D-gedruckte Materialien

  • Wie du schon erfahren hast, nutzen die unterschiedlichen 3D-Druckverfahren verschiedene
    Materialien (Werkstoffe). Hier siehst du eine Übersicht einiger Werkstoffe, die genutzt werden
    können.
    Lies dir die folgenden Infoboxen durch.

Werkstoffe FDM

  • PLA (PLA-PHA):
    Biokunststoff auf Maistärkebasis mit Bioweichmacher PHA, auch in Kombination mit Stahl, Bronze und Holz
  • ABS: harte, kratzfeste Oberfläche
  • FLEX: gummiartiges Filament, hitzebeständig, hohe Bruchdehnung
  • FDM ASA: UV-beständig
  • PETG: bekannt aus PET-Flaschen
  •  

Werkstoffe SLA

  • Flüssiger Kunst- oder Epoxidharze: hohe Detailgenauigkeit, glatte Oberfläche

Werkstoffe SLS

  • Pulverförmiger Kunststoff
    Kunststoffbeschichteter Formsand
    Metal- und Keramikpulver

Aufgabe 5: Welches Material wurde hier genutzt?

  • Schau dir die Bilder an. Dort siehst du verschiedene Objekte aus dem 3D-Drucker. Überlege, welche Materialien je genutzt wurden? Schreibe deine Vermutung in dein Heft.

Anwendungsbereiche1

Aufgabe 6: Anwendungsbereiche

  • Schau dir die Videos zu den verschiedenen Anwendungsbereichen an.
  • Das erste Motorrad aus dem 3D-Drucker
    https://www.tinkertoys.de/3d5m
  • 3D-Druck in der Mode
    https://www.tinkertoys.de/3d5mode
  • Überlege dir weitere praktische Anwendungen im Alltag mit mindestens 2 verschiedenen
    Druckverfahren deiner Wahl. Überlege auch die Vor- und Nachteile, die Zielgruppe und mögliche Schwierigkeiten.

Das Stützmaterial2

Aufgabe 7: Von der Konstruktion zum fertigen Objekt

  • Du kannst auch Modelle mit Überhängen drucken. Dazu muss man aber eine Stützstruktur
    drucken, die später abgebrochen werden kann. Im Sliceprozess kann dieses Stützmaterial
    manuell oder automatisch erstellt werden.
  • Versuche jeden Schritt auf dem jeweiligen Bild zu beschreiben.

Infobox: Ausnahme bei Brückenüberhängen

  • Schau dir das Bild zu der Brücke an. Man könnte denken, dass hier ebenfalls Stützstrukturen gebraucht werden. Bei Brückenüberhängen sind jedoch keine Stützstrukturen nötig. Der Drucker kann Brücken ohne Stützen drucken.

Der Prusa Mini stellt sich vor3

Aufgabe 6: Erklärvideo

Aufgabe 9: Funktion beschreiben

  • Beantworte die Fragen zum Video. Schreibe die Antworten in dein Heft:
  • 1. Nach welchem Druckverfahren arbeitet der Prusa Mini?
  • 2. Wie nennt man das Material/Muster in dem Objekt?
  • 3. Was macht ein Slicer und wann kommt dieser zum Einsatz?

Aufgabe 9: Lernposter

  • Vervollständige das Lernposter mit den richtigen Begriffen. Schneide die Begriffe aus und
    klebe sie an die dazugehörigen Pfeile

Lernzielkontrolle1

Aufgabe 10: Beantworte die Fragen

  • Auf wieviel Grad wird das Material ungefähr erhitzt, damit es schmilzt?
  • A: 90 Grad
    B: 200 Grad
    C: 350 Grad
  • Woher bekommen die Achsen die Information, wie sie sich bewegen sollen?
  • A: vom Druckkopf
    B: von den gespeicherten Daten auf dem USB-Stick
    C: von der Druckplatte
  • Wie nennt man das Material innerhalb des Modells?
  • A: Infill
    B: Outfill
    C: Innenstützen
  • Welche Eigenschaften weißt ABS im Gegensatz zu anderen Materialien auf?
  • A: robustes Material
    B: leicht formbar
    C: lebensmittelecht
  • Mit welchem Material wird WOODFILL gemischt?
  • A: ABS
    B: PLA
    C: Es ist rein und wird nicht gemischt.
  • Mit welchem Verfahren kann man flüssiges Material verwenden?
  • A: SLA
    B: SLS
    C: FDM
  • Welches Verfahren ist am kostengünstigsten?
  • A: FDM
    B: SLS
    C: SLA