In dieser Lerneinheit entwickeln die Schüler*innen Schritt für Schritt eine eigene Innovation – von der Frage was eigentlich eine Innovation ist, bis hin zum Prototypen. Sie lernen Kriterien einer guten Produktidee kennen und wenden ihr Wissen auf ein Objekt an. Mit Methoden wie dem User-Research und Storytelling gelangen sie so zu einer innovativen Idee. Am Ende konstruieren sie ihre Idee als 3D-Modell mit dem Digitalen Baukasten. Es folgt ein Ranking für die besten Ideen.
Besprecht die Begriffe anschließend im Plenum und erstellt einen Kriterienkatalog, indem ihr zu jedem Aspekt eine Frage formuliert und euch Stichpunkte dazu macht. Bsp. Relevante Differenzierung vom Wettbewerb: Ist die Idee in mindestens einem relevanten Aspekt vergleichbaren Produkten überlegen?
Genaue Kenntnisse über die zukünftigen Nutzer*innen eures Produkts stehen am Anfang jeden Projekts. Diesen Vorgang nennt man User-Research. Für diesen Kurs wollen wir diesen Schritt vereinfacht nachspielen. Für das User-Research gibt es unendlich viele Methoden, diese könnt ihr euch bei Interesse hier anschauen: https://germanupa.de/sites/default/files/public/content/2018/2018-05-28/2018-05-24methodensammlung.pdf Wir verwenden für diesen Kurs die Interviewmethode:
Was? In der qualitativen Nutzerforschung kommen meist sogenannte (halb)strukturierte Interviews zum Einsatz. Ein Interviewer spricht mit einem oder mehreren Teilnehmern anhand eines vorher erarbeitetenLeitfadens über ein konkretes Thema. Ein kontextuelles Interview findet dort statt, wo üblicherweise die Interaktion des Benutzers mit dem Produkt stattfindet.
Wie?
Aufgrund der vielseitigen Einsetzbarkeit ist das Interview eine der meistgenutzten Methoden der qualitativen Nutzerforschung. Der Interviewer stellt offene, nicht leitende Fragen. Der Hauptredeanteil während des Inter-views kommt dem oder den Teilnehmern zu. Es werden überwiegend W-Fragen verwendet (Wann, Was, Warum, Wie, Wo). Dies kann im Nutzungskontext (kontextuelles Interview) oder in einer neutralen Interviewsituation stattfinden. Eine Audioaufnahme während des Interviews ist unabdingbar.
Wann? Warum? (erwartbares Ergenbis)
Ein Interview wird eingesetzt, um Erfahrungen, Bedürfnisse und Probleme einer Zielgruppe sowie die Gründe für mögliche Probleme aufzudecken. Im Rahmen von Kontextstudien können auch offene oder narrative Interviews zum Einsatz kommen, wenn das Anwendungsgebiet und die Zielgruppe wenig bekannt sind. Die erhobenen Infor-mationen (z. B. Anforderungen, Usability-Probleme, Verbesserungsvorschläge) werden in einem Bericht aufberei-tet, bei kontextuellen Interviews gegebenenfallsmit Fotos. Die Interviewergebnisse können in Personas oder ein Anforderungsdokument überführt werden.
Für diese Lerneinheit wählen wir den Bereich der Behindertenhilfe. Hier gibt es einen immer größer werdenden Markt für 3D-gedruckte Hilfsmittel für Menschen mit den verschiedensten Beeinträchtigungen. Schau dir die Beispiele hierzu an:
Lasst euch von eurer Lehrkraft den Zettel mit Infos zu eurem Bereich austeilen und den Zettel mit den Fragen. Lest euch euren Zettel aufmerksam durch. Sucht euch einen Partner und führt ein Interview durch. Einer von euch ist der Interviewer und der andere ist aus dem Bereich der Behindertenhilfe. Nutzt dafür euer Wissen aus Aufgabe 6. Ihr könnt es dabei mit eurem Smartphone aufnehmen oder euch nebenbei Stichpunkte machen. Am Ende habt ihr vielleicht sogar schon eine erste Idee für ein innovatives Produkt.
Um die Informationen einordnen zu können empfiehlt es sich, das Gehörte auf Zettel oder Post-its zu ordnen. Diese Methode nennt man Storytelling. Gehe dabei nach dem Schema im Bild vor.
Du kannst dir auch eine Skizze anfertigen. Schau dazu schon einmal in den Baukasten und notier dir benötigte Verbindungselemente (Beweglichkeit). Überlege welche geometrischen Grundformen aus dem Digitalen Baukasten benötigt werden? Kannst du vielleicht auch vorgefertigte Designs nutzen? Beachtet die Besonderheiten aus dem Interview!
Endlich geht es ans Konstruieren eurer Produktidee. Fangt am besten mit dem Grundgerüst an und erweitert eurer Produkt dann mit möglichen Verbindungen und Ansteckteilen.
Eure Objekte können mit PLA-Filament (Material) 3D-gedruckt werden. Berechnet wieviel Material ihr braucht und was es kostet. Dazu geht ihr so vor:
1. Messt euer Objekt aus -> Bild Inspektorfunktion
2. Berechnet das Volumen aller Teile und rechnet es zusammen.
3. Für 1cm³ Druck braucht ihr 1,25g Filament. 1 kg Filament kostet 40€. Wie viel Filament braucht ihr für euer Objekt und was würde das kosten? Die Berechnung für die Materialkosten wäre dann 37,5*0,04=1,5€. Das Material für das Objekt kostet somit 1,50€) 4. Beachtet: Einige Teile benötigen eventuell Stützmaterial. Berechnet also eine Pauschale für eventuell anfallendes Zusatzmaterial mit ein.
Erstellt eine Tabelle mit den Materialkosten und den Personalkosten. Berechnet dabei jede Arbeitsstunde, die ihr an eurer Idee gearbeitet habt. Überlegt euch einen angemessenen Stundenlohn (Mindestlohnt im Jahr 2022 sind 12,00€).
Aufgabe 13: Präsentation nach einer gewählten Methode
Erstellt ein kurzes Video, Poster oder eine andere digitale Präsentation und beantwortet dabei die Fragen: Wie heißt mein Objekt? Wer nutzt mein Produkt? Wozu ist es nützlich? Welchen Vorteil bietet es? Was kostet es? Macht euren Klassenkamerad* innen die Idee schmackhaft, sodass jede*r sie kaufen will! Für eure Präsentation habt ihr max. 3 Minuten Zeit. Stoppt die Zeit!