Sechs Formen des Teamteachings

Claudia Spieler

Einleitung1

Grundlagen von Teamteaching

  • Für alle Formen des Teamteachings gelten folgende Empfehlungen:
    • Gemeinsam planen, durchführen und reflektieren
    • Gegenseitiges Vertrauen
    • Rollenklärung untereinander und für die Klasse
    • Aus Gründen der Akzeptanz durch Schülerinnen und Schüler einen Wechsel der Rollen antizipieren (ggf. auch innerhalb einer Stunde) , Dramaturgie und Raumregie festlegen
    • Gemeinsames Begrüßen und Verabschieden der Klasse
    • Als Team auftreten ("wir")
  • Vgl. auch Tips for Co-Teaching:

One teaching, one observing1

One teaching, one observing

    • Niedrigstschwellige Form der Kooperation
    • Eine Lehrkraft leitet den Unterricht, während die andere Lk die SuS beobachtet und sich Notizen (z.B.) über deren Lernstand, Verhalten und Engagement macht, um darauf einen reflektierenden Praxisdialog aufzubauen
    • Absprechen der Beobachtungsschwerpunkte
    • Abgleich der Unterrichtsbeobachtung (Vorbereitung für das kriteriengeleitete Reflektieren)
  • Ziele: gemeinsame Weiterentwicklung von Unterricht; reflektierenden Praxisdialog

One teaching, one assisting1

One teaching, one assisting

    • Eine Lehrkraft leitet den Unterricht, während die andere Lehrkraft organsisatorische Aufgaben (z.B. Arbeitsblätter austeilen), Beobachtung und individuelle Unterstützung von SuS übernimmt (supplemental teaching)
    • Erfordert weniger gemeinsame Planung
  • Ziel: schnelle Individualisierung möglich; gegenseitige Arbeitsentlastung in der Durchführung besonders für Einsteiger und Einsteigerinnen; verringert Multi-Tasking

Parallel teaching1

Parallel teaching

    • Der Klassenverband wird in zwei kleinere Gruppen geteilt
    • Es wird inhaltsgleich gearbeitet, aber verschiedene Zugänge werden ermöglicht;
    • Über die Reduzierung der Gruppengröße wird das classroom management vereinfacht (weniger Störungen, etc.)
      Voraussetzung: genaue gemeinsame Planung und Absprache
  • Ziel: Differenzierung durch unterschiedliche Zugänge möglich

Alternative teaching1

Alternative teaching

    • Kleingruppen werden herausgenommen
    • Durch die Teilung der Gruppe ist ein bedürfnisorientiertes Arbeiten mit Variationen möglich
    • Inhalte und Zugänge können unterschiedlich sein
    • Neigungsbezogenes Arbeiten
    • Tipp: Definition eines kleinsten gemeinsamen Nenners
  • Ziel: Fördern und Fordern einzelner Schülerinnen und Schüler bzw. Gruppen

Station teaching1

Station teaching

    • Arbeit an verschiedenen Stationen /beide Lehrkräfte betreuen jeweils eine Station (instruierend oder begleitend), weitere Stationen zum eigenverantwortlichen Arbeiten
    • Leichter Einstieg in die Kooperation, da Arbeitsteilung möglich ist (individuelle Vorbereitung nach verbindlicher Absprache)
    • Inhalte müssen sinnvoll aufeinander bezogen sein
    • Potential: unterschiedliche Unterrichtsstile sprechen unterschiedliche Lernende an
    • Absprache über Normen und Werte, Abgleich mit KC, Inhalte und Gestaltung von Materialien
    • Intensiver Austausch über Sicherung
  • Ziel: gezielte Unterstützung der Schülerinnen und Schüler (Schülerorientierung)

Teaming1

Teaming

    • Beide Lehrkräfte unterrichten gemeinsam, sind gemeinsam für alle Methoden und Inhalte verantwortlich
    • Dies setzt eine hohe verbindliche Planung und vertrauensvolle Zusammenarbeit voraus, die topdown nicht erreichbar ist
    • Ein Raum für das gegenseitige Ergänzen und Widersprechen kann durch kognitive Aktivierung zu einer erhöhten Mitarbeit auf Schülerinnen und Schülerseite führen
  • Ziel: Schülerinnen und Schüler zur Stellungnahme aktivieren; Öffnung des Unterrichts zu verschiedenen Wirklichkeitskonstruktionen (Es gibt nicht nur eine Wahrheit!)

Literatur zum Teamteaching1

Literatur