Georg Büchner
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Woyzeck: Eine Inszenierung am Staatstheater Kassel
  • Dem Regisseur Markus Dietz ist es in seiner Inszenierung des Woyzecks am Staatstheater Kassel gelungen, die erstaunliche Aktualität des Themas darzustellen. Er versucht, Büchners Text in seiner ganzen Kargheit und Archaik, Brutalität und Intensität zu folgen. Er versetzt Büchners Helden oder Antihelden nicht krampfhaft in eine heutige Zeit, sondern zeigt, dass die gesellschaftlichen Mechanismen, die im Woyzeck vorgeführt werden, einfach menschlich und überzeitlich sind. Mit den Worten "Staub, Sand und Dreck", die die Ausruferin am Anfang des Stückes auf den eisernen Vorhang schreibt, wird das Menschenbild klar, das Dietz hier zeichnen will. Woyzeck (Bernd Hölscher) quält sich ausgenutzt und gedemütigt durch das Stück, verfolgt von den gaffenden, voyeuristischen Blicken seiner Mitspieler. Hier findet "Big Brother" auf der Bühne statt. Denn wo zeigt sich unsere heutige Gesellschaft so deutlich, wenn nicht in der Medienlandschaft? Multiperspektivisch aufgezeichnet, ermöglich die Inszenierungsverfilmung dieser FWU Produktion es den Zuschauern, ihren Blick auf Detailaufnahmen zu richten und noch ein bisschen genauer hinzusehen.