Was ist immersives Lernen?
4 / 32
Grundprinzipien
  • Immersives Lernen sollte in der Bildung immer mit einem Ziel und didaktischer Aufbereitung eingesetzt werden. Um nicht einfach dem Hype zu folgen, sondern tatsächlich die Bildungsarbeit zu unterstützen, können deswegen bei der Planung von immersiven Lerneinheiten die Kriterien der Mediendidaktik herangezogen werden: Ausgehend von einem Bildungsproblem werden Lehr-Lernziele spezifiziert, die Zielgruppe und weitere Akteurinnen und Akteure analysiert, eine didaktische Methode ausgewählt und die Lernorganisation bestimmt.
  • Immersives Lernen kann dank der unterschiedlichen Visualisierungstechnologien in totaler oder partieller Immersion erfolgen (mehr dazu im nächsten Abschnitt). Vor dem Einsatz im Unterricht sollte der mögliche Nutzen der unterschiedlichen Technologien und Methoden geprüft werden. Fragen, die dabei helfen können, sind beispielsweise:
    • Hilft eine räumliche Darstellung beim Veranschaulichen abstrakter Konzepte, Zusammenhänge oder Prozesse?
    • (Wie) sollen konkrete Situationen sichtbar gemacht werden? Anhand von Fotos, Videos, Skizzen,…? Werden diese in der Immersion besser vermittelt?
    • Sollen Fertigkeiten erlernt werden, deren Erprobung in der Realität heikel oder gefährlich sein könnte?
    • Nutzt oder stört die Einblendung von Informationen den Lernprozess und Handlungsfluss der Schülerinnen und Schüler?
    • Besteht die Gefahr, dass eine komplette Immersion als emotional „überwältigend“ bewertet werden kann?
    • Wie soll die Interaktion mit anderen Menschen in der immersiven Lernumgebung gestaltet sein und durch welche Information wird die soziale Interaktion unterstützt?
  • Diese Auswahl an Fragen macht bereits deutlich, wie vielfältig die tatsächliche Ausgestaltung des immersiven Lernens im Unterricht sein kann. Lehrkräfte können die Lernerfahrung – und den Lernerfolg - mit einer durchdachten Ausgestaltung der technischen Möglichkeiten jedoch verbessern.
  • Quelle