Perspektiven für Lehrende
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Leitfaden Elterrngespräch:
  • ⭐ Formulierungen für Elterngespräche – bei Verdacht auf Körperbild- oder Essstörung
  • 1. Einstieg & Gesprächssetting
  • Ziel: Sicherheit, Wertschätzung, kein Alarmismus.
  • „Danke, dass Sie sich Zeit nehmen. Uns ist wichtig, dass wir gemeinsam einen guten Blick auf das Wohl Ihres Kindes behalten.“
  • „Mir geht es heute nicht um Kritik, sondern um Beobachtungen und darum, wie wir Ihr Kind gut unterstützen können.“
  • „Ich möchte gern etwas ansprechen, das mir aufgefallen ist – ohne etwas zu unterstellen.“
  • ⭐ 2. Beobachtungen sachlich formulieren (ohne über den Körper zu sprechen)
  • Geeignet:
  • „Uns fällt auf, dass Ihr Kind in letzter Zeit häufiger erschöpft wirkt.“
  • „Mir ist aufgefallen, dass es sich zunehmend zurückzieht.“
  • „Im Unterricht ist Ihr Kind weniger belastbar als sonst.“
  • „Wir sehen, dass es ihm manchmal schwerfällt, in Pausen oder beim Essen entspannt zu bleiben.“
  • „Es zeigt sich im Schulalltag ein erhöhter Stress, den wir gern verstehen möchten.“
  • Nicht geeignet:
  • ❌ „Ihr Kind isst kaum.“
  • ❌ „Ihr Kind sieht sehr dünn aus.“
  • ❌ „Ich glaube, Ihr Kind hat eine Essstörung.“
  • ❌ „Vielleicht liegt das an Ihrem Erziehungsstil.“
  • ⭐ 3. Öffnende Fragen an die Eltern
  • Ziel: Einsicht gewinnen, ohne Druck oder Schuldzuweisung.
  • „Wie erleben Sie Ihr Kind aktuell zu Hause?“
  • „Gibt es Situationen, in denen Sie merken, dass Ihr Kind angespannt oder unsicher wirkt?“
  • „Wie geht es Ihrem Kind allgemein – körperlich, emotional, im sozialen Umfeld?“
  • „Haben Sie Veränderungen im Essverhalten, im Schlaf oder im Sozialverhalten bemerkt?“
  • „Wie geht Ihr Kind mit Stress um – besonders mit schulischem oder sozialem Druck?“
  • Möglich bei Social-Media-Themen:
  • „Wie erleben Sie den Umgang Ihres Kindes mit Social Media? Eher unbeschwert oder eher belastend?“
  • ⭐ 4. Validierende, unterstützende Rückmeldungen
  • Wichtig: Eltern entlasten, nie schuldig fühlen lassen.
  • „Es ist völlig verständlich, dass das Thema für Sie belastend sein kann.“
  • „Viele Kinder zeigen in Phasen hoher Belastung ähnliche Muster – das bedeutet nicht automatisch eine Essstörung.“
  • „Sie kennen Ihr Kind am besten – Ihre Einschätzung ist sehr wertvoll.“
  • „Niemand trägt daran allein Verantwortung – wir schauen gemeinsam, wie Unterstützung aussehen kann.“
  • ⭐ 5. Hinweise auf Unterstützungsoptionen (niedrigschwellig und nicht drängend)
  • „Ich glaube, es könnte hilfreich sein, wenn wir gemeinsam überlegen, wer Ihrem Kind zusätzlich helfen könnte.“
  • „Wenn Sie möchten, kann ich Ihnen Anlaufstellen nennen, die auf Essstörungen oder belastende Körperbilder spezialisiert sind.“
  • „Es ist völlig in Ordnung, sich frühzeitig Unterstützung zu holen – je früher, desto leichter lässt sich entlasten.“
  • „Wir können das Schulsozialarbeitsteam hinzuziehen, wenn Sie damit einverstanden sind.“
  • ⭐ 6. Bei bekannter Essstörung
  • Sensibel, lösungsorientiert, nicht kontrollierend
  • „Wie geht es Ihrem Kind momentan im Umgang mit der Erkrankung – im Alltag und in der Schule?“
  • „Gibt es schulische Situationen, die Ihr Kind besonders belasten?“
  • „Was hat in letzter Zeit gut funktioniert? Wobei brauchen Sie oder Ihr Kind mehr Unterstützung?“
  • „Wie können wir im schulischen Rahmen zu Entlastung beitragen?“
  • „Gibt es Hinweise der behandelnden Stelle, die für die Schule wichtig sind?“
  • ⭐ 7. Bei akuter Sorge (ohne Panik auszulösen)
  • „Was wir beobachten, macht uns etwas Sorgen, und wir möchten sicherstellen, dass Ihr Kind die bestmögliche Unterstützung bekommt.“
  • „Darum wäre es wichtig, dass wir gemeinsam überlegen, wie medizinische oder psychotherapeutische Fachstellen einbezogen werden können.“
  • „Uns ist wichtig, dass Ihr Kind geschützt ist und nicht allein mit dem Druck bleibt.“
  • ⭐ 8. Abschlusssätze mit Vereinbarung
  • „Vielen Dank, dass wir offen darüber sprechen konnten.“
  • „Wir bleiben in engem Austausch – wäre ein kurzes Update in zwei Wochen für Sie hilfreich?“
  • „Bitte melden Sie sich jederzeit, wenn sich etwas verändert oder Fragen auftauchen.“
  • „Wir gehen das gemeinsam an.“
  • ⭐ Zusätzliche Formulierungen für schwierige Gesprächssituationen
  • Wenn Eltern abwehrend reagieren
  • „Ich verstehe, dass das Thema verunsichernd sein kann. Mir geht es nicht um eine Diagnose, sondern um Beobachtungen im Schulalltag.“
  • „Wir möchten nur frühzeitig unterstützen – das ist oft entlastend und kein Hinweis auf ein Fehlverhalten.“
  • Wenn Eltern Schuldgefühle äußern
  • „Bitte machen Sie sich keine Vorwürfe. Essstörungen haben viele Einflussfaktoren – Eltern tragen daran keine alleinige Verantwortung.“
  • Wenn Eltern „das ist nur eine Phase“ sagen
  • „Das kann gut sein – viele Phasen gehen schnell vorbei. Gleichzeitig zeigen unsere Beobachtungen, dass Ihr Kind im Moment Unterstützung gebrauchen könnte.“